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Tabea Grzeszyk - Arabisch

"Bootcamp!"


Foto: K. Pyc (LSI Bochum)

Tabea Grzeszyk (35) arbeitet in Berlin und im arabischen Raum als freie Journalistin. Um in Gesprächen mit arabischen Interviewpartnern sprachlich sicher zu werden, hat die Gründerin von Hostwriter.org ihre Arabischkenntnisse im Aufbaukurs (Arabisch 3) vertieft.

Warum lernen Sie Arabisch am LSI?


Im November 2013 war ich mit einem Middle East Fellowship-Stipendium im Libanon. Dort habe ich drei deutsche Frauen getroffen, die richtig gut Arabisch gesprochen haben. Das hat mich beeindruckt. Die Frauen haben mir unabhängig voneinander erzählt, dass sie die Sprache in Bochum gelernt haben. Zuerst dachte ich: „ Arabisch ist doch zu kompliziert. Das schaffe ich nie!“. Aber dann hat mich der Ehrgeiz gepackt.

Warum haben Sie sich für einen Intensivkurs entschieden?


Mich begeistert, dass man hier gebündelt den Großteil der arabischen Grammatik durcharbeiten kann und dafür nicht mehrere Jahre an der Uni die Sprache studieren muss. Man braucht natürlich noch lange, bis das Gelernte dann in die praktische Sprechfähigkeit übergeht. Aber die Aussicht, die arabische Sprache in einer überschaubaren Zeit zu überblicken, hat mir zunächst einmal die Angst vor der Sprache genommen.

Wie helfen Ihnen Arabischkenntnisse in Ihrem Beruf als Journalistin?


Arabischkenntnisse sind für mich als Journalistin vor allem ein Türöffner. Ein Vorgespräch schon auf Arabisch führen zu können, würde mir als Journalistin einen klaren Vorteil verschaffen. Mit Englisch funktioniert das oft nicht so gut. Allerdings habe ich nicht die Illusion, dass ich irgendwann fließend Interviews auf Arabisch führen werde.

Wie sieht Ihr Kursalltag im Aufbaukurs aus?


Bootcamp! Ich habe Freunde und Kollegen bereits vorgewarnt, dass ich in den nächsten drei Wochen auf einem anderen Planeten sein werde. Neben dem Kurs am LSI geht überhaupt nichts anderes mehr. Mein Kursalltag sieht so aus, dass ich morgens aufstehe, mir kurz nochmal die Vokabeln vom Vortag anschaue und nach dem Frühstück in den Unterricht gehe. In den ganzen drei Wochen habe ich daneben nicht viel geschafft. Eigentlich bin ich hier nonstop mit der Sprache beschäftigt. Außerdem wird man von Anfang an gezwungen, viel zu sprechen. Das ist super! 



Den Arabisch Grundkurs haben Sie in Bochum bereits im letzten Jahr absolviert. Jetzt nehmen Sie am Aufbaukurs teil. Was nehmen Sie aus den Kursen mit?


Hier in Bochum ist alles sehr komprimiert. Das Beste ist zu versuchen, so viel wie möglich aus dem Kurs mitzunehmen und anschließend nach dem Kurs weiterzuarbeiten. Nach dem Grundkurs habe ich zuhause in Berlin alles nochmal für mich alleine durchgearbeitet. Viele Dinge, die wir im Grundkurs angeschnitten haben, vertiefen wir jetzt im Aufbaukurs, außerdem kommt jede Menge neue Grammatik dazu. Grundsätzlich finde ich es erstaunlich, dass sich im Gehirn irgendwann etwas umschaltet. Im Grundkurs fiel es mir schwer, die Vokabeln zu lernen, weil einfach alles komplett anders ist. Im Aufbaukurs kann ich mir neue Wörter wesentlich leichter einprägen.

Was fasziniert Sie an der arabischen Welt?


Mich fasziniert, dass im arabischen Raum vieles anders tickt. Man muss zunächst einmal alles in Frage stellen, wovon man eigentlich ausgeht. Spannend ist auch, dass grundsätzliche Begriffe wie z.B. Demokratie in Frage gestellt werden und dass eben Dinge ganz anders definiert sind. Ich interessiere mich dafür, wie andere Ansichten auf die Welt funktionieren und möchte die auch als Journalistin ein Stück vermitteln.

 

Lesen Sie mehr:

Arabisch lernen im Überblicke

Weblinks:

www.tabeagrzeszyk.de

Hostwriter.org (Netzwerkportal für Cross Border-Journalism)
      

 


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