NAVIGATION

LSIdirekt


LSI-Sinicum Imagefilm

Das LSI-Sinicum

Das LSI-Sinicum wurde 1980 mit dem Ziel gegründet, die Wirtschaft im Ruhrgebiet strukturpolitisch zu fördern. Der Zeitpunkt dafür war äußerst günstig, denn zeitgleich begann auch China sich wirtschaftlich zu öffnen. Das LSI-Sinicum war dabei einzigartig und ein Novum in ganz Europa, denn man unterrichtete und unterrichtet die chinesische Sprache bis heute ohne chinesische Schriftzeichen - eine Vorgehensweise, die auf wissenschaftlicher Grundlage zu besseren Lernerfolgen führt, die effizienter, strukturierter und pragmatischer an das Chinesische heranführen. Das LSI-Sinicum traf darüber hinaus einen Bedarf, der bis dahin noch nicht gedeckt war, und zwar eine kontrastive deutsch-chinesische Vermittlung des Chinesischen. Denn bislang erfolgte die Begegnung mit der chinesischen Sprache noch über das Englische. Bis heute verfolgt das LSI-Sinicum einen wissenschaftlichen Ansatz.

Zu den Teilnehmenden an den Kursen des LSI-Sinicum gehörten von Anbeginn an Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft, Politik, Medien, dem Auswärtigen Amt uvm. Später kamen Studierende der Sinologie hinzu, die sprechen lernen wollten. Dabei erhalten nicht nur Anfänger ohne Vorkenntnisse die Möglichkeit, in kurzer Zeit Chinesisch zu lernen. Auch Fortgeschrittene können in den In­ten­siv­kursen ihre Sprachkenntnisse vertiefen und ausbauen. Einstufungen bereits vorhandener Sprachkompetenzen sind jederzeit möglich.

Die Dozententeams bestehend aus deutschen Sinologen und chinesischen Germanisten berück­sichtigen in ganz besonderem Maße die jeweiligen konkreten Verhältnisse vor Ort z. B. in Übungen zu Orts- und Personennamen, lokalen Einrichtungen und Behörden etc. Insbesondere chinesische Gastdozenten verhelfen den Kursteilnehmerinnen und -teilnehmern dazu, Einsicht zu nehmen in aktuelle Entwicklungen in Sprache, Gesellschaft und Kultur.

Gegenstand der Ausbildung in den Intensivkursen des Sinicums ist die heutige Standardsprache Chinas, bekannt unter den Bezeichnungen Putonghua, Guoyü oder Mandarin. Diese Sprache ist ungeachtet der sehr großen Dialektunterschiede das wichtigste überregionale Kommunikationsmittel, es ist die Sprache, die an den Schulen unterrichtet wird, es ist die Sprache der Medien und setzt sich auch in den Bereichen Wissenschaft, Wirtschaft und Politik durch. Diese Sprache ist Amtssprache in der VR China, auf Taiwan und in Singapur, sie wird seit 1997 auch im jetzt noch Kantonesisch sprechenden Hongkong zunehmend propagiert, und sie ist hilfreich im Kontakt mit der chinesischen Bevölkerungsgruppe in Südostasien und an der amerikanischen Westküste.

Da die chinesische Schrift nicht auf dem Alphabet-Prinzip basiert, erfordert ihr Erlernen einen wesentlich höheren Zeit­aufwand als die Aneignung der gesprochenen Sprache. Aus diesem Grunde bieten die Intensivkurse zwar eine Einführung in das chinesische Schriftsystem und seine Besonderheiten, aber abgesehen von der Hinführung zur selbständigen Benutzung eines chinesischen Lexikons ist das in den Intensivkursen erreichbare Niveau in der Schriftbeherrschung deutlich niedriger als die erzielbare Sprechfertigkeit.

Die Chinesischkurse dauern in der Regel zwischen einer und zwei Wochen. Kurse für Anfänger richten sich an Teilnehmende ohne Vorkenntnisse oder mit nur geringfügigen Vorkenntnissen und präsentieren einen im Alltagsleben praktisch nutzbaren einfachen Wortschatz sowie systematisch die wesentlichen Grundlagen der chinesischen Grammatik. Weiterführende Kurse dienen der Er­weiterung und Vertiefung der Lehrinhalte. Dabei werden Wortschatz und Grammatik ausgebaut, Sprech- und Hörfertigkeiten im Chinesischen weiter trainiert und erste Besonderheiten der geschriebenen Sprache behandelt.

Darüber hinaus bietet das LSI-Sinicum berufsbegleitende Auslandskurse (halbtags) in Peking, Shanghai, Taicang und Nanking für bereits in China lebende Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter deutscher Unternehmen etc. sowie deren Familienangehörige an.

Das LSI-Sinicum setzt in seinem Unterricht selbst entwickelte Unterrichts- und Lehrmaterialien ein. Derzeit beteiligt es sich zudem an der Entwicklung neuer Lerntechnologien, die den Anforderungen an Distance- und Blended-Learning-Lösungen Rechnung trägt. Zukünftig soll die Präsenzlehre am LSI-Sinicum durch E-Learning-Angebote ergänzt werden.