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LSI Methode

Seit Beginn seiner Tätigkeit in den 1970er Jahren vermittelt das Landesspracheninstitut praktische Fremdsprachenkenntnisse ausschließlich in Intensivkursen bei einem Stundenumfang von 6 – 8 Stunden pro Tag. Diese Grundausrichtung der Sprachvermittlung, über einen Zeitraum von zwei bis drei Wochen mit einer relativ hohen täglichen Lernbelastung fremdsprachliche Fertigkeiten verwendungsfähig zu entwickeln, stellt besondere Anforderungen an die hierfür eingesetzten Methoden und Rahmenbedingungen.  

Grundsätzlich ist der Unterricht am LSI dialogisch aufgebaut und legt Wert auf intensive Kommunikation zwischen den Lernenden sowie den Dozenten. Methodisch stehen daher Tandemübungen, Rollenspiele, Übungsdialoge und andere Formen der mündlichen Kommunikation (Hören/Sprechen) im Vordergrund, die ihrerseits auch die zentralen Lernziele darstellen. Aber auch die stärker rezeptiven Fertigkeiten (Lesen/Schreiben) werden am LSI vermittelt. Je nach Lernstufe und Kursformat und in Abhängigkeit von den konkreten Kurszielen kann sich das Wechselverhältnis von Hören/Sprechen und Lesen/Schreiben damit auch so verändern, dass - z.B. in speziellen Lesekursen - den rezeptiven Fertigkeiten Priorität eingeräumt wird. In allen am LSI vermittelten Sprachen werden, mit Ausnahme der chinesischen Schriftzeichen, auch die jeweiligen Schriftsysteme eingeführt und geübt.  

Der Unterricht am LSI ist davon geprägt, dass den individuellen Lernvoraussetzungen und Lernwegen eine herausragende Bedeutung beigemessen wird, die sich in der alltäglichen Unterrichtspraxis niederschlägt. Die Lerngruppen weisen mit bis zu neun Personen eine ideale Stärke auf, um ausreichenden Freiraum für individuelle Fragen und Lernbedürfnisse zu schaffen. Hierdurch wird eine aktive Teilnahme eines jeden Lernenden am Unterricht möglich, aber auch das Eingehen auf persönliche Fragen und Lernkontexte ist eine Selbstverständlichkeit. Der Lernende erfährt unmittelbare fachliche Unterstützung durch den Dozenten, der sich einerseits seiner Rolle als ausgewiesener Vermittler neuen Wissens und angestrebter Kompetenzen bewusst bleibt, sich andererseits vor allem als Trainer und Berater sieht, der dem Lernenden im Fremdsprachenerwerb zur Seite steht. Der Unterricht wird weitestgehend fremdsprachlich (im Sinne „aufgeklärter Einsprachigkeit“) durchgeführt.  

Wenngleich der Unterricht streng kommunikativ und damit praxis- und anwendungsorientiert ist, findet dennoch die Einführung, Erklärung und Einübung grammatischer Regeln und Muster ihren angemessenen Platz. Der Rückgriff hierauf dient zum einen der Verdeutlichung und Kognition sprachlicher Mechanismen und Funktionszusammenhänge, zum anderen bewirkt er auch eine spürbare zeitliche Ökonomie, die angesichts der oftmals komprimierten Lernzeiten nicht ohne Bedeutung ist. Grammatik um der Grammatik willen findet am LSI nicht statt.  

Zentrales Lernziel ist in allen Kursen das sprachlich kompetente Handeln und damit das „can do“ in dem entsprechenden fremdsprachlichen Anforderungskontext. Das autonome Lernen, in dem der Lernprozess selbst weitestgehend selbstständig geplant und realisiert wird, flankiert in der Nach- und Vorbereitungsphase den Präsenzunterricht.  

Einen herausragenden Stellenwert hat am LSI auch der Einsatz von Medien (auditive und visuelle Materialien, Wortschatztrainer etc.), die sowohl in den Unterricht integriert werden als auch für die selbstständige Nacharbeit zur Verfügung stehen.  

Zukünftig wird das LSI den Bereich des autonomen, selbstbestimmten Lernens weiter aufwerten und entwickelt hierzu die webbasierte, interaktive Lernplattform LSI.Online, auf der sowohl bereits in Präsenz absolvierte Kurse nachbereitet und gefestigt, als auch neue Kompetenzbereiche (z.B. Lesefertigkeiten, Hörverstehen, grammatische Kenntnisse) erarbeitet werden können.