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Kreativwettbewerb Chinesisch 2015

24.03.2015 ::: Liebfrauenschule Mülhausen gewinnt einen Chinesisch-Sprachkurs am LSI.


Die Schülerinnen und Schüler der Liebfrauenschule Mülhausen freuen sich über die Auszeichnung. Foto: Yasmin Jeng-Zeitz

 



Schülerinnen und Schüler aus ganz Nordrhein-Westfalen haben sich am Wochenende zum achten Kreativwettbewerb Chinesisch am Burggymnasium in Essen getroffen. Schulministerin Sylvia Löhrmann war Schirmherrin des Wettbewerbs. Auch der neue Generalkonsul Chinas aus Düsseldorf sowie mehrere Vertreter der Kulturabteilung der chinesischen Bot­schaft in Berlin reisten für den Wettbewerb extra nach Essen.

Rund 100 Schülerinnen und Schüler im Alter von sechs bis 19 präsentierten dem Publikum und der Jury kurze Texte, Theaterstücke, Sketche, Lieder und Gedichte in chinesischer Sprache. Die Fachjury, bestehend unter anderem aus dem Leiter des LSI-Sinicum Dr. Manfred Frühauf, Vertreterinnen und Vertretern des Konfuzius-Institut Metropole Ruhr und dem Konfuzius-Institut Düsseldorf, kürte gleich zwei erste Plätze. Die Schülerinnen und Schüler der Liebfrauenschule Mülhausen (Grefrath) und des Burggymnasiums (Essen) teilten sich den ersten Platz der Sekundarstufe 1. Für ihren unterhaltsamen und originellen Sketch „Im Teehaus ‘Frühlingswind’“ erhielten die Gymnasiasten als Preis die Teilnahme an einem zweiwö­chi­­gen Chinesisch-Intensivkurs am LSI Bochum. Das Burggymnasium freute sich über einen Besuch im Konfuzius-Institut in Düsseldorf.

Die Jury berücksichtigte in ihrer Bewertung nicht nur die sprachlichen Fertigkeiten der Teilnehmerinnen und Teilnehmer, sondern auch die inhaltliche Ver­ständ­lichkeit für unterschiedliche Publikumsgruppen, die Zuschauerorientierung, der in­ter­kul­turelle Anspruch, die Kreati­vität und Originalität der Texte. Wie in jedem Jahr ernteten die sechs bis sieben Jahre alten Jungen und Mädchen der Bochumer Köllerholzschule tosenden Applaus für ihre Dar­bietung chi­nesischer Kinderlieder. Daran schlossen sich die eigentlichen Wettbewerbsbeiträge an. Die von den einzelnen Schülergruppen inszenierten Programmpunkte beeindruckten durch ihre Qua­lität ebenso wie durch ihre Vielfalt:

Chinesische Sprichwortgeschichten wurden mit viel Liebe zum Detail auf die Bühne ge­bracht: Bá miáo zhù zhǎng 拔苗助长: „Blinder Eifer schadet nur!“. Die alten Sprichwörter Chinas dienten einer weiteren Schülergruppe als Bausteine, um daraus sehr geschickt ein Sprich­wort-Musical (Chengyu gushi xin bian 成语故事新编 ) zu­sammen­zu­stel­len, das an diesem Tag seine Uraufführung erlebte. Wer hätte bei der Ansage Gélín Xiōngdì 格林兄弟 sofort an die Brüder Grimm gedacht? Doch die Geschichte „Der Wolf und die sieben Geißlein“ wurde in chinesischer Übersetzung so lebendig dargeboten, dass es keine Verständnisprobleme gab. Lustige Dialoge, gelungene Wortspielereien und die Fallstricke der chinesischen Worttöne waren die entscheidenden Zutaten des vergnüglichen Sketches „Im Teehaus ‘Frühlingswind’ 春风茶馆 Chūnfēng cháguǎn“. Die Geschichte von einer überengagierten Mutter und ihrem deutlich weniger lern­begei­ster­ten Sohn Xiǎo Lóng schlug mühelos die Brücke von den Erziehungsproblemen chine­si­scher El­tern zu den analogen Kopfschmerzen mancher deutscher Elternpaare. Bemerkenswert war der Versuch einer Adaption von Romeo und Julia auf der Basis der al­ten chinesischen Erzählung von Liang Shanbo und Zhu Yingtai. Hans Christian Andersens Märchen „Des Kaisers neue Kleider“ (Guówáng de xīn yī 国王的新衣 ) wurde als präch­tiges Kostümstück inszeniert und bot einen für alle Sinne exotisch-reiz­vollen Kulturmix aus alter chinesischer Kriegerrüstung und Hofdamenkleidung, uyghu­ri­schen Män­ner­überwürfen, kasachischer Frauentracht und tibetischer Musik. Darüber hinaus wurde noch das Puppenspiel  „Der Diebstahl der Drachenperle“ präsentiert, in der ein deutscher Schüler namens Ben, dessen Name ständig zu bèn 笨 = Dummkopf verball­hornt wird, irrtümlich in Verdacht gerät, ein Dieb zu sein.  

Der Kreativwettbewerb geht auf eine gemeinsame Initiative des Ministeriums für Schule und Weiterbildung Nordrhein-Westfalen, der Botschaft der Volksrepublik China in der Bundesrepublik, des Konfuzius-Instituts Düsseldorf, des Konfuzius-Instituts Metropole Ruhr und des Landesspracheninstituts der Ruhr-Universität Bochum zurück.  

Preisträger:
Preisträger Sekundarstufe I
1. Preis: Liebfrauenschule Mülhausen (Grefrath) und Burggymnasium (Essen)
2. Preis: Heinrich-Böll-Gesamtschule (Bochum)

Preisträger Sekundarstufe II
1. Preis: Gesamtschule Eilpe (Hagen)  

Ein Sonderpreis ging an die Köllerholz-Grundschule in Bochum.

 


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