Landeswissenschaftliches Seminar Russland

Verstehen, nicht glauben.
Russische Gegenwart und ihre Geschichte.

25. – 28. November 2021

In Zeiten grassierender Fake News und emotionsgeladener Berichterstattung ist die aktuelle russische Politik umstritten wie nie. Aus dem „Über Russland“ wird mehr und mehr ein „Für und Gegen Russland“. Polemik ersetzt die Analyse, befeuert durch die sozialen Medien.  Der russische Dichter Fjodor Tjutschew meinte schon 1866 in seinem romantisch geprägten Gedicht „Умом Россию не понять“, Russland sei „mit dem Verstand“ nicht zu erfassen, an Russland müsse man schlicht „glauben“.

155 Jahre später und 30 Jahre nach Ende des Kalten Kriegs ist die Einschätzung Russlands und die damit meist verbundene moralische Bewertung wieder zu einer Sache des Glaubens, zu einem Fall weltanschaulicher Polarisierung und kontroverser Identifikation geworden, bei dem sich selbsternannte Freunde und Kritiker Russlands unversöhnlich gegenüberstehen. Hinzu kommt, dass bei der Frage nach Zielen und Strategien aktueller Politik Russlands Gesellschaft, Wirtschaft und Kultur selten angemessen in den Blick genommen werden; abgesehen vom Zweiten Weltkrieg spielt eine historische Optik in der Betrachtung Russlands keine Rolle. Russlands Gegenwart und die an sie gestellten Herausforderungen erklären und nachvollziehen zu können, erfordert jedoch zwingend eine Beschäftigung mit seiner historischen Entwicklung. Denn nur durch den Blick in seine kontroverse, oft leidensbehaftete Vergangenheit, in der Traum wie Trauma oft eng verbunden waren, ist eine Annäherung an die politische Kultur Russlands, seine ökonomischen wie intellektuellen Orientierungen und Praktiken möglich, die den Rahmen für Russlands heutiges, durchaus irritierendes Handeln bilden.

Das landeswissenschaftliche Seminar Russland des LSI versucht, vor dem Hintergrund oftmals prekären Wissens eine grundlegende Russlandkompetenz zu vermitteln, wobei Russland verstehen in erster Linie Kenntnis, Analyse und Nachvollzug bedeutet. 

Russischkenntnisse werden für die Teilnahme am Seminar nicht vorausgesetzt. Die Teilnahme ist sowohl in Präsenz in Bochum als auch digital über den Videokonferenz-Dienst Zoom möglich.

Referenten:
Das Seminar wird von Dr. Anne Hartmann (Slavistin, Kulturwissenschaftlerin) und Dr. Dr. h.c. Klaus Waschik (Slavist, Historiker), beide Ruhr-Universität Bochum, durchgeführt. Neben Vortragszyklen sind gesonderte Diskussionsforen und Filmvorführungen im Abendbereich vorgesehen.

Termin:
25. – 28. November 2021
Beginn: 25.11.2021, 14.00 Uhr (Anreise bis 13:30 Uhr)
Ende: 28.11.2021, 13:00 Uhr

Ort:
Landesspracheninstitut in der Ruhr-Universität Bochum
Laerholzstraße 84
44801 Bochum

Umfang:
24 Unterrichtseinheiten (à 45 Min.)

Kosten:
Tarif A: 560 Euro
Tarif B: 380 Euro
Tarif C: 200 Euro
Lehrmaterial: 50 Euro

Detaillierte Informationen zu den Kurstarifen finden Sie in unseren AGB. Sie haben Fragen? Unsere Ansprechpartner*innen für den Bereich Russisch helfen Ihnen gerne weiter.

 

Dr. Leo Weschmann
Institutsleiter des LSI-Russicum

T. +49 234 6874-421
leo.weschmann[at]lsi-bochum.de

 

Larissa Hogrefe
Kursverwaltung / Vermietung

T. +49 234 6874-101
larissa.hogrefe[at]lsi-bochum.de