Anfang des Jahres erreichte das LSI die traurige Nachricht, dass der frühere Leiter des Instituts für chinesische Sprache am Landesspracheninstitut (LSI-Sinicum) Dr. Manfred W. Frühauf am 19.12.2025 nach kurzer, schwerer Krankheit verstorben ist.
Nachruf
Manfred Frühauf

Dr. Frühauf leitete als Sinologe über 30 Jahre lang das LSI-Sinicum an der Ruhr-Universität Bochum, bis er 2017 in den Ruhestand wechselte. Als Kollegen und Mitarbeiter erinnern wir uns an seine stets freundliche, humorvolle und beredte Art, sein immenses Wissen auf sinologischem Gebiet sowie an seine Herzlichkeit und große Gastfreundschaft den Kollegen und Gastdozenten aus allen Teilen Chinas gegenüber.
Trotz seines hohen Anspruchs bei seinen eigenen Forschungstätigkeiten war er in der Lage, komplexe grammatische Phänomene allgemein verständlich zu erklären und die chinesische Umgangssprache mit großer Begeisterung zu vermitteln. Auch in vielen landeskundlichen Veranstaltungen zu China vermochte er es, die Zuhörer zu fesseln. Neben seinem Engagement für die Verbreitung der chinesischen Sprache galt sein persönliches Interesse der klassischen sinologischen Forschung. Zu seinen wichtigsten Publikationen gehören eine Neuübertragung der “Neunzehn Alten Gedichte” aus der Han-Zeit, die 2019 bei Harrassowitz erschien, sowie eine philologisch-historische Studie zum Mu Tianzi zhuan, den “Überlieferungen von Mu, dem Sohn des Himmels”, die 2024 bei de Gruyter herauskam.
Dr. Manfred W. Frühauf hat mit seiner Leidenschaft für die chinesische Sprache und Kultur nicht nur das LSI-Sinicum, sondern auch viele seiner Schüler und Kollegen nachhaltig geprägt. Sein Vermächtnis wird in unseren Herzen und in den Werken, die er hinterlassen hat, weiterleben.